Die Ruckzuck-Hinrichtung Saddam Husseins
Treffen die Berichte zu, dann wird Saddam Hussein in wenigen Stunden hingerichtet. Und natürlich hat der der irakische Ex-Diktator wenig Potential für Mitleid oder Sympathie-Bekundungen, zuviel Blut klebt an seinen Händen, zu skrupellos hielt er sein Regime an der Macht. Insofern liegt es weniger an der Person Saddam Hussein als vielmehr an den Begleitumständen seiner Ruckzuck-Exekution, was allergrößtes Befremden auslöst.
Schon der Prozess selbst gegen den Despoten vom Tigris war von vielen Seiten als nicht westlichen Standards konform kommentiert worden. Arabische Stimmen sprachen gar von Siegerjustiz. Eigentlich war hier schon eine Chance vertan worden, nämlich ein über jeden Zweifel erhabenes Verfahren zu führen und ihn dennoch zu verurteilen - was angesichts der Unverblümtheit von Saddams Methoden nicht sonderlich schwer gewesen wäre.
Sich seiner jetzt sozusagen im Handstreich zu entledigen, sendet ein ganz schlechtes Signal aus. Nämlich dass sich die von den USA gestützte irakische Regierung und ihre amerikanischen Berater darauf "geeinigt" haben, dass allein nach 'ihren' Regeln vorgegangen wird. Und dass das Problem Saddam Hussein schnellstmöglich beseitigt werden soll. Der sunnitische Widerstand wird dieses Signal auf seine Weise deuten. Und eine weitere Eskalation der jetzt schon horrenden Gewalt im Irak vorherzusagen, dürfte selbst Berufsoptimisten nicht überraschen.
Was aber noch schlimmer wiegt: Dieses Signal wird den Nährboden, auf welchem der alltägliche Terror gedeiht, noch fruchtbarer machen. Und bei Vielen (anti-amerikanische) Ressentiments umkippen lassen in aktiven Terrorismus. In der Perspektive der amerikanischen Führung mögen Terroristen nichts weiter sein als ... Terroristen (ohne soziale, religiöse etc Umstände zu hinterfragen). Für die Realität bedeutet dieses falsche Signal aber ein weiteres Ansteigen der Opferzahlen, auch unter den US-Streitkräften. Und höchstwahrscheinlich auch eine Verlängerung des Quasi-Bürgerkriegs im Irak.
Saturday, December 30, 2006
Wednesday, December 20, 2006
Geht's noch ungeniert naiver?
Google Zeitgeist, Google Trend und ein Spiegel-Kommentar

Google, wie auch andere Suchmaschinenbetreiber, bietet kleine Einblicke in seine statistischen Auswertungen. Google Trends ist ein Live Analyse Tool. Hier kann man gängige Suchbegriffe eingeben (bis zu 5 gleichzeitig) und sich die jeweilige Häufigkeit ihrer Aufrufe über einen bestimmten Zeitraum anzeigen lassen. Google Zeitgeist wiederum sind von Google in bestimmten Zeiträumen veröffentlichte Häufigkeits-Auswertungen, die, wie hier grob umrissen, allerdings redaktionell "begleitet" werden, anders ausgedrückt also gefiltert sind.
Unseren furchtlosen Kommentator vom Spiegel kümmern derlei Hintergründe weniger. Beiläufig erstaunt zeigt er sich zunächst, dass "die nur mäßig bekannte Communityseite bebo" häufiger gesucht wurde als Myspace. Entgangen ist ihm hier zunächst, dass "Google actually doesn't list the most popular search terms; it lists the terms that are gaining in popularity the fastest" Ungleich entscheidender ist hier aber, dass die meisten Nutzer nicht mehr nach Myspace suchen, sondern direkt dort hingelangen.
Klassisch realsatirisch wird's dann beim Thema Sex. Holger Dambeck, unser Kommentator, wundert sich, dass der Begriif "Sex" im Google Ranking keine Rolle spielt, vermutet er doch - natürlich zu Recht - dass wegen Sex mehr gegooglet werden dürfte als über den von Google top gelisteten Begriff "Routenplaner". Dambeck recherchiert nun selbst, testet Google Trends und, voilà, bei seinem Versuch triumphiert "Sex" über "Routenplaner". Aber Aber. Die größte Überraschung dürfte hier noch sein, dass immerhin eine richtig große Menge Nutzer tatsächlich den Begriff "Sex" ins Suchfeld eingeben, um an Sex, Porn oder was auch immer zu gelangen. Eine, gelinde gesagt ziemlich unbedarfte Strategie. In der Realität von Google-Anfragen spielen mit Sicherheit jedoch Suchbegriffe wie "Dicke Titten", "Blasen" "free pics" und viele hunderte weitere die entscheidende Rolle, was den Bereich Sex betrifft. Dies zu ignorieren ist ungefähr so naiv wie die Annahme, Suchstatistiken mit dem Begriff "Computer" hätten irgendeine Bedeutung hinsichtlich des Suchverhaltens, das nach bestimmten Computerthemen fahndet.
Anders ausgedrückt: das Suchverhalten hinsichtlich bestimmter Bereiche ist, was die Eingabe der Suchbegriffe anbelangt, hochgradig fragmentiert. Und entsprechend schwierig sind statistische Aussagen hierzu. Interessant wird hier plötzlich die Meldung zu den Schwierigkeiten beim deutsch-französischen Suchmaschinenprojekt Qaero, insbesondere die Planspiele hinter dem möglichen deutschen Alleingang, eine semantisch orientierte Suchmaschine zu entwickeln. Wie realitätsnah die Hoffnungen dahinter sind, Google nennenswerte Marktanteile abzujagen, bleibt eine ganz andere Frage.

Google, wie auch andere Suchmaschinenbetreiber, bietet kleine Einblicke in seine statistischen Auswertungen. Google Trends ist ein Live Analyse Tool. Hier kann man gängige Suchbegriffe eingeben (bis zu 5 gleichzeitig) und sich die jeweilige Häufigkeit ihrer Aufrufe über einen bestimmten Zeitraum anzeigen lassen. Google Zeitgeist wiederum sind von Google in bestimmten Zeiträumen veröffentlichte Häufigkeits-Auswertungen, die, wie hier grob umrissen, allerdings redaktionell "begleitet" werden, anders ausgedrückt also gefiltert sind.
Unseren furchtlosen Kommentator vom Spiegel kümmern derlei Hintergründe weniger. Beiläufig erstaunt zeigt er sich zunächst, dass "die nur mäßig bekannte Communityseite bebo" häufiger gesucht wurde als Myspace. Entgangen ist ihm hier zunächst, dass "Google actually doesn't list the most popular search terms; it lists the terms that are gaining in popularity the fastest" Ungleich entscheidender ist hier aber, dass die meisten Nutzer nicht mehr nach Myspace suchen, sondern direkt dort hingelangen.
Klassisch realsatirisch wird's dann beim Thema Sex. Holger Dambeck, unser Kommentator, wundert sich, dass der Begriif "Sex" im Google Ranking keine Rolle spielt, vermutet er doch - natürlich zu Recht - dass wegen Sex mehr gegooglet werden dürfte als über den von Google top gelisteten Begriff "Routenplaner". Dambeck recherchiert nun selbst, testet Google Trends und, voilà, bei seinem Versuch triumphiert "Sex" über "Routenplaner". Aber Aber. Die größte Überraschung dürfte hier noch sein, dass immerhin eine richtig große Menge Nutzer tatsächlich den Begriff "Sex" ins Suchfeld eingeben, um an Sex, Porn oder was auch immer zu gelangen. Eine, gelinde gesagt ziemlich unbedarfte Strategie. In der Realität von Google-Anfragen spielen mit Sicherheit jedoch Suchbegriffe wie "Dicke Titten", "Blasen" "free pics" und viele hunderte weitere die entscheidende Rolle, was den Bereich Sex betrifft. Dies zu ignorieren ist ungefähr so naiv wie die Annahme, Suchstatistiken mit dem Begriff "Computer" hätten irgendeine Bedeutung hinsichtlich des Suchverhaltens, das nach bestimmten Computerthemen fahndet.
Anders ausgedrückt: das Suchverhalten hinsichtlich bestimmter Bereiche ist, was die Eingabe der Suchbegriffe anbelangt, hochgradig fragmentiert. Und entsprechend schwierig sind statistische Aussagen hierzu. Interessant wird hier plötzlich die Meldung zu den Schwierigkeiten beim deutsch-französischen Suchmaschinenprojekt Qaero, insbesondere die Planspiele hinter dem möglichen deutschen Alleingang, eine semantisch orientierte Suchmaschine zu entwickeln. Wie realitätsnah die Hoffnungen dahinter sind, Google nennenswerte Marktanteile abzujagen, bleibt eine ganz andere Frage.
Sunday, August 27, 2006
Was für News .... WTF?

infoRADIO ? Hatte ich lange nicht mehr gehört in Berlin. Und fast schon vergessen, dass es sowas noch gibt. Heute hatte ich mein Deja Vue mit dem Nachrichtenkanal des öffentlich-rechtlichen RBB, dank eines Bekannten und seines unausweichlichen Autoradios.
Es ist immer wieder bemerkenswert, welche Ereignisse es in die aktuelle Berichterstattung schaffen. Etwa wer das Voltigieren bei der Reit-WM in Aachen gewonnen hat, vor 8000 Zuschauern. Oder, genauso gut, ein Vorbericht auf die Verleihung der Emmy Awards 2006 - und die Reporterin walzt genüsslich und mit 'feiner Ironie' (haha, hätte sie gerne) aus, dass es in Los Angeles sehr heiß sei, sehr zum Verdruss vieler Stars, die Gummi-Korsetts trügen, um eine 'bessere Figur' zu machen. Vielleicht ein leiser Hinweis darauf, nicht die Live Übertragung zu verpassen (sofern es eine gibt? ... ok.. ProSieben wird übertragen), um mitzuverfolgen, wie es den Girls zu heiß wird?.... UNSINN. Das Shrine Auditorium ist klimatisiert und der Weg von der Stretchlimo über den Roten Teppich kurz.
Und überhaupt: Wen interessieren in den USA verliehene Fernsehpreise...
Natürlich steht infoRADIO mit seiner redaktionellen Policy nicht allein. Öffentlich-Rechtliche 'lieben' in ihren Sendungen Rausschmeißer wie Berichte von Modeschauen, um so den Zuschauer mit einem milden Stirnrunzeln zu entlassen. Aber: Etwas nur deshalb zu machen, weil man es schon immer so gemacht hat, liefert keinen Grund, sondern eine self-fullfilling prophecy. So what the fluff?
Saturday, August 26, 2006
Am Rad drehen - noch keine Revolution
Logitech bringt Scrolling in die nächste Dimension

Schon merkwürdig. Eingabegeräte wie Mäuse oder Trackballs gehören zu den elementarsten Komponenten bei der Computernutzung. Trotzdem wurden in den letzten Jahren vergleichsweise nur marginale Fortschritte präsentiert, zumindest was Mainstream Produkte betrifft. Verbessertes Abtastverhalten, das war's im wesentlichen.
Vieleicht liegt's am Käuferverhalten. Irgendeine eine Maus scheint gut genug zu sein, Hauptsache sie hat 2 Tasten, Scrollrad, Laser-Abtastung und kostet nicht mehr als €25. Schwierig für Hersteller wie Logitech, Microsoft oder Kensington in einer solchen Situation, Kosten für Neuentwicklungen wieder reinzuholen.
Dennoch hat man sich bei Logitech hingesetzt und gefragt, welche Aspekte das Nutzer-Erlebnis am stärksten beeinträchtigen. Die Antwort war nicht überraschend: Scrolling in der bisherigen Weise ist vorsintflutlich ! Jetzt wurden MX Revolution und VX Revolution vorgestellt. Deren Scrollrad ist aus einer Metall-Legierung, dadurch schwerer und besticht durch 2 bemerkenswerte Features:
1) Das Rad übersetzt schnellere Drehbewegungen viel akkurater in längere Wege auf dem Bildschirm. Anders ausgedrückt: Durch längere Dokumente oder Webseiten kommt man mit deutlich weniger Aufwand.
2) ist das eigentliche Killer-Feature, der "Freewheel" Modus: Ein leichtes Anstoßen des Scrollrades lässt es selbständig weiterlaufen. Sehr schön, um etwa ad hoc an das Ende einer Webseite zu gelangen.
Logitech zeigt hat eine eindrucksvolle Demonstration.
Den mir bisher vorliegenden Infos kann ich nicht entnehmen, ob die Drehbewegungs-Geschwindigkeit progressiv übersetzt ist, ob also sehr schnelles Drehen eine Potenzierung des Scrollweges bewirkt. Zu wünschen wäre es - etwa in der Art wie es Kensington mit seiner Mouseworks Software, allerdings nur für normale Cursor-Bewegungen, sehr schön realisiert hat. Macworld hat eine informative Review zu den neuen Logitech Mäusen.
Die Logitech MX Revolution Maus kostet €95. Für circa den gleichen Preis erhält man Kensington's Expert Mouse Pro, einen Trackball mit 4+2 programmierbaren Tasten (systemweit und programm-spezifisch). Dessen klassisches 'Form follows Funktion' Design wirkt weniger verspielt oder überladen, ein großes Plus in der alltäglichen Nutzung. Kensington's Trackball kommt, im Gegensatz zu den Logitech Mäusen, mit einem großen Scrollring (um die Kugel herum platziert) - für mich der bessere Ansatz. Nicht nur, weil er etwa vom Videoschnitt her bekannten Jog/Shuttle Lösungen näherkommt. Sondern auch weil ein Scrollring - physikalisch - eine weitaus größere ansprechbare/bedienbare Fläche bereitstellt gegenüber einem im Vergleich dazu doch etwas popeligen Scrollrad.

Etwas neidisch als Expert Mouse Pro Benutzer bin ich allerdings auf die Freilauf-Funktion und die geringere Reibung der Logitech Räder. Ich wünschte, Kensington würde seine Eingabe-Geräte stärker am Markt platzieren und entsprechende Features für seine Produkte entwickeln.
Nur ganz am Rande notiert: Slashdot hatte kürzlich eine interessante Diskussion bezüglich Eingabegeräte und (vermeidbarer) Stress-Phänomene wie Gelenkschmerzen. Eine ganze Reihe (zumeist exotischer und kostspieliger) Lösungen wurden in der Diskussion beschrieben. Und es fiel auf, dass Kensington's Expert Mouse Pro einigemale lobenswert erwähnt wurde, gerade von Nutzern, die Erfahrungen mit unterschiedlichen Geräten haben.

Schon merkwürdig. Eingabegeräte wie Mäuse oder Trackballs gehören zu den elementarsten Komponenten bei der Computernutzung. Trotzdem wurden in den letzten Jahren vergleichsweise nur marginale Fortschritte präsentiert, zumindest was Mainstream Produkte betrifft. Verbessertes Abtastverhalten, das war's im wesentlichen.
Vieleicht liegt's am Käuferverhalten. Irgendeine eine Maus scheint gut genug zu sein, Hauptsache sie hat 2 Tasten, Scrollrad, Laser-Abtastung und kostet nicht mehr als €25. Schwierig für Hersteller wie Logitech, Microsoft oder Kensington in einer solchen Situation, Kosten für Neuentwicklungen wieder reinzuholen.
Dennoch hat man sich bei Logitech hingesetzt und gefragt, welche Aspekte das Nutzer-Erlebnis am stärksten beeinträchtigen. Die Antwort war nicht überraschend: Scrolling in der bisherigen Weise ist vorsintflutlich ! Jetzt wurden MX Revolution und VX Revolution vorgestellt. Deren Scrollrad ist aus einer Metall-Legierung, dadurch schwerer und besticht durch 2 bemerkenswerte Features:
1) Das Rad übersetzt schnellere Drehbewegungen viel akkurater in längere Wege auf dem Bildschirm. Anders ausgedrückt: Durch längere Dokumente oder Webseiten kommt man mit deutlich weniger Aufwand.
2) ist das eigentliche Killer-Feature, der "Freewheel" Modus: Ein leichtes Anstoßen des Scrollrades lässt es selbständig weiterlaufen. Sehr schön, um etwa ad hoc an das Ende einer Webseite zu gelangen.
Logitech zeigt hat eine eindrucksvolle Demonstration.
Den mir bisher vorliegenden Infos kann ich nicht entnehmen, ob die Drehbewegungs-Geschwindigkeit progressiv übersetzt ist, ob also sehr schnelles Drehen eine Potenzierung des Scrollweges bewirkt. Zu wünschen wäre es - etwa in der Art wie es Kensington mit seiner Mouseworks Software, allerdings nur für normale Cursor-Bewegungen, sehr schön realisiert hat. Macworld hat eine informative Review zu den neuen Logitech Mäusen.
Die Logitech MX Revolution Maus kostet €95. Für circa den gleichen Preis erhält man Kensington's Expert Mouse Pro, einen Trackball mit 4+2 programmierbaren Tasten (systemweit und programm-spezifisch). Dessen klassisches 'Form follows Funktion' Design wirkt weniger verspielt oder überladen, ein großes Plus in der alltäglichen Nutzung. Kensington's Trackball kommt, im Gegensatz zu den Logitech Mäusen, mit einem großen Scrollring (um die Kugel herum platziert) - für mich der bessere Ansatz. Nicht nur, weil er etwa vom Videoschnitt her bekannten Jog/Shuttle Lösungen näherkommt. Sondern auch weil ein Scrollring - physikalisch - eine weitaus größere ansprechbare/bedienbare Fläche bereitstellt gegenüber einem im Vergleich dazu doch etwas popeligen Scrollrad.

Etwas neidisch als Expert Mouse Pro Benutzer bin ich allerdings auf die Freilauf-Funktion und die geringere Reibung der Logitech Räder. Ich wünschte, Kensington würde seine Eingabe-Geräte stärker am Markt platzieren und entsprechende Features für seine Produkte entwickeln.
Nur ganz am Rande notiert: Slashdot hatte kürzlich eine interessante Diskussion bezüglich Eingabegeräte und (vermeidbarer) Stress-Phänomene wie Gelenkschmerzen. Eine ganze Reihe (zumeist exotischer und kostspieliger) Lösungen wurden in der Diskussion beschrieben. Und es fiel auf, dass Kensington's Expert Mouse Pro einigemale lobenswert erwähnt wurde, gerade von Nutzern, die Erfahrungen mit unterschiedlichen Geräten haben.
Wednesday, March 08, 2006
Schäuble plant Kürzung der Sprachförderung für Ausländer

Weitblick !
Innenminister Wolfgang Schäuble mangelnden Weitblick vorzuwerfen, dürfte wohl ein zu einfaches Denkmuster sein. Sein Vorhaben, die Bundesmittel für die Sprachförderung von Ausländern und Zuwanderern um 67 Millionen Euro zu kürzen (AFP Meldung vom 8. 3.), wurde massiv kritisiert. So wittert der grüne Haushaltsexperte Alexander Bonde ein "fatales Signal".
Doch Schäuble hat schon weiter geplant. 67 Millionen Euro will er an den Sprachkursen einsparen, 78 Millionen dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge insgesamt streichen (auf dann 312 Millionen Euro). Und er weiß eine bessere Verwendung für die freigewordenen Gelder. 55 Millionen sollen dem Etat der Bundespolizei hinzukommen, gleichbedeutend mit der Schaffung von 1200 neuen Stellen. Für den Grünen Bonde "eine dramatische Akzentverschiebung (...) von der Prävention hin zur Repression".
Doch Schäuble kümmert eine solche Signal-Logik wenig. Vermutlich hat er die Pariser Krawalle aufmerksam studiert. Und den Schluss gezogen: An ausreichenden Französisch-Kenntnissen mangelte es den Randalierern nicht. Zum Fenster hinausgeworfenes Geld, das er iangfristig besser angelegt sieht in massiverer Polizeipräsenz. Frühzeitig draufknüppeln und im Keim ersticken, bevor sich die Randale zum Flächenbrand ausweitet !
Natürlich könnte jemand versucht sein, Herrn Schäuble zu erklären: Die Entschärfung abgekoppelter sozialer Nischen und Parallelwelten, eine nachhaltige Integration von Ausländern also, beschränkt sich nicht auf Sprachkurse. Die Chancen, bei ihm damit auf Gehör zu stoßen, dürften jedoch nur sehr gering sein.
Friday, October 21, 2005
Saddams Strategie
"Ich bin der rechtmäßige Präsident."
Sinngemäß mit diesen Worten sprach der ehemalige irakische Diktator am ersten Tag des Sondertribunals dem Gericht jegliche Legitimation ab, über ihn zu urteilen. Allerdings erklärte er sich nach diesem Wortwechsel mit dem vorsitzenden Richter für nicht schuldig.
Welches Ziel mag der in der Vergangenheit stets fintenreiche ehemalige Tyrann sich zurechtgelegt haben? Oder haben ihm die Schikanen seiner amerikanischen Bewacher, Kontakt- und Informationssperre derart zugesetzt, dass er den Bezug zur Realität verloren hat? Kaum anzunehmen. Das Gericht einfach nicht anzuerkennen, ist zum Scheitern verurteilt. Das dürfte Saddam klar sein. Genauso gut könnte er sich zum Marsmenschen erklären, somit der irdischen Gerichtsbarkeit entzogen...
Aussichtsreicher wäre vermutlich, die unter seiner Herrschaft begangenen Greueltaten mit der damaligen irakischen Gesetzeslage und/oder staatlichem Notstand zu rechtfertigen.
Trotzdem wählt er diese absurd anmutende Strategie. Möglicherweise, weil er sich bewusst ist, dass er sowieso keine Chance hat, sein Todesurteil quasi schon beschlossene Sache ist. Und es ihm nur noch darum gehen kann, als Märtyrer zu enden. Und davor soviel Staub wie nur möglich aufzuwirbeln.
Äußerst kritisch wird der Saddam-Prozess in der arabischen Presse jetzt schon thematisiert. Nicht nur aufgrund des amerikanischen 'Hostings' - 50 Berater und 128 Millionen US-Dollar Finanzhilfe wurden bereitgestellt. Vielmehr noch wundert man sich über den Hauptanklage-Punkt, den Tod von 143 Menschen in der schiitischen Stadt Dujail. Angeblich, so das irakische Gericht, sei wegen der Beweislage dieser Fall am leichtesten zu verhandeln, und ein Schuldspruch in diesem einen Punkt reiche schon für die Todesstrafe. Also kommen gravierende Massaker wie der Giftgas-Einsatz gegen rebellierende Kurden oder iranische Truppen nicht auf den Tisch. Vor allem aber deshalb nicht, so vermuten arabische Kommentatoren, weil "die Vereinigten Staaten zu eng mit Saddam verbündet waren, als er seine schlimmsten Ausschreitungen gegen Kurden und Schiiten beging [...] Die Doppelmoral dieses Prozesses ist abstoßend."
Nach 3 Stunden am ersten Verhandlungstag wurde der Prozess auf den 28. November vertagt.
Sinngemäß mit diesen Worten sprach der ehemalige irakische Diktator am ersten Tag des Sondertribunals dem Gericht jegliche Legitimation ab, über ihn zu urteilen. Allerdings erklärte er sich nach diesem Wortwechsel mit dem vorsitzenden Richter für nicht schuldig.
Welches Ziel mag der in der Vergangenheit stets fintenreiche ehemalige Tyrann sich zurechtgelegt haben? Oder haben ihm die Schikanen seiner amerikanischen Bewacher, Kontakt- und Informationssperre derart zugesetzt, dass er den Bezug zur Realität verloren hat? Kaum anzunehmen. Das Gericht einfach nicht anzuerkennen, ist zum Scheitern verurteilt. Das dürfte Saddam klar sein. Genauso gut könnte er sich zum Marsmenschen erklären, somit der irdischen Gerichtsbarkeit entzogen...
Aussichtsreicher wäre vermutlich, die unter seiner Herrschaft begangenen Greueltaten mit der damaligen irakischen Gesetzeslage und/oder staatlichem Notstand zu rechtfertigen.
Trotzdem wählt er diese absurd anmutende Strategie. Möglicherweise, weil er sich bewusst ist, dass er sowieso keine Chance hat, sein Todesurteil quasi schon beschlossene Sache ist. Und es ihm nur noch darum gehen kann, als Märtyrer zu enden. Und davor soviel Staub wie nur möglich aufzuwirbeln.
Äußerst kritisch wird der Saddam-Prozess in der arabischen Presse jetzt schon thematisiert. Nicht nur aufgrund des amerikanischen 'Hostings' - 50 Berater und 128 Millionen US-Dollar Finanzhilfe wurden bereitgestellt. Vielmehr noch wundert man sich über den Hauptanklage-Punkt, den Tod von 143 Menschen in der schiitischen Stadt Dujail. Angeblich, so das irakische Gericht, sei wegen der Beweislage dieser Fall am leichtesten zu verhandeln, und ein Schuldspruch in diesem einen Punkt reiche schon für die Todesstrafe. Also kommen gravierende Massaker wie der Giftgas-Einsatz gegen rebellierende Kurden oder iranische Truppen nicht auf den Tisch. Vor allem aber deshalb nicht, so vermuten arabische Kommentatoren, weil "die Vereinigten Staaten zu eng mit Saddam verbündet waren, als er seine schlimmsten Ausschreitungen gegen Kurden und Schiiten beging [...] Die Doppelmoral dieses Prozesses ist abstoßend."
Nach 3 Stunden am ersten Verhandlungstag wurde der Prozess auf den 28. November vertagt.
Wednesday, October 12, 2005
[Update] Video iPod - Wie erwartet !
Steve Jobs präsentierte zwei neue Modelle, 30 GB ($299) und 60 GB ($399). Allerdings wurden sie nicht offiziell "iPod Video" getauft. Offenbar will man die hinzugekommene Video-Funktionalität nicht zu sehr herausstellen, ein Blick auf die Akku-Laufzeiten zeigt warum.
30 GB Modell: bis zu 2 Stunden Video-Playback
60 GB Modell: bis zu 3 Stunden Video-Playback
Hier sind die technischen Daten.
Die native Auflösung des 2,5 Zoll Displays beträgt 320x240 Pixel. Auf den bekannten Geek Foren gab es sofort großes Gemaule. Wie ? So eine schwache Auflösung? Niemand räumt dabei ein, dass eine höhere Auflösung die Laufzeiten noch weiter in den Keller ziehen würde. Außerdem: Unterstützt werden auf dem iPod bis zu 768 Kbps, bei 30 Frames pro Sekunde. Das müsste für gute Qualität reichen, wobei ich zugegebenermaßen keine Erfahrung mit dem dabei verwendeten "Baseline Profile" habe.
Ein Tutorial für die Konvertierung eigner Videos zum iPod Playback bietet Apple hier.
Das als Zubehör käufliche iPod Universal Dock stellt zudem Audio- und Videoausgänge bereit, etwa um einen Fernseher anzuschließen.
Die neue Video-Funktionalität des iPods soll, wie ich zuvor vermutete, Apple dabei helfen, seine Marktposition abzusichern. Wesentlichster Teil dieser Strategie dürfte es sein, attraktiven Content über Apple's iTMS anbieten zu können. Ab sofort sind dort 2000 Musikvideos verfügbar (Downloadpreis jeweils $1,99). Außerdem hat Apple eine Kooperation mit ABC und Disney abgeschlossen und 5 derer TV-Shows können einen Tag nach Ausstrahlung downgeloaded werden (ebenfalls für $1,99). Zum Einkauf im 'Videostore' sind Updates auf die neusten Softwareversionen erforderlich - iTunes 6.0 und Quicktime 7.03 (Mac und PC).
Nein, noch kein Mutantenstad'l ! Oder andere deutsche Shows. Natürlich sind die 2000 Musikclips und 5 US Shows erst der Anfang. Es ist aber gut vorstellbar, dass die Musikvideos zunächst die nötige öffentliche Auffmerksamkeit erzeugen. Aber dass längerfristig der Download von TV-Material, nach schrittweiser Erweiterung des Angebots, ein ebenso großes Geschäft werden könnte.
Schließlich noch: Wer sehr Apple mittlerweile Kult geworden ist, sieht man auch daran, dass etwa ntv in seinem Wirtschaftsmagazin, das zeitgleich zu Steve Job's Keynote lief, quasi einen Live Update Service lieferte.
30 GB Modell: bis zu 2 Stunden Video-Playback
60 GB Modell: bis zu 3 Stunden Video-Playback
Hier sind die technischen Daten.
Die native Auflösung des 2,5 Zoll Displays beträgt 320x240 Pixel. Auf den bekannten Geek Foren gab es sofort großes Gemaule. Wie ? So eine schwache Auflösung? Niemand räumt dabei ein, dass eine höhere Auflösung die Laufzeiten noch weiter in den Keller ziehen würde. Außerdem: Unterstützt werden auf dem iPod bis zu 768 Kbps, bei 30 Frames pro Sekunde. Das müsste für gute Qualität reichen, wobei ich zugegebenermaßen keine Erfahrung mit dem dabei verwendeten "Baseline Profile" habe.
Ein Tutorial für die Konvertierung eigner Videos zum iPod Playback bietet Apple hier.
Das als Zubehör käufliche iPod Universal Dock stellt zudem Audio- und Videoausgänge bereit, etwa um einen Fernseher anzuschließen.
Die neue Video-Funktionalität des iPods soll, wie ich zuvor vermutete, Apple dabei helfen, seine Marktposition abzusichern. Wesentlichster Teil dieser Strategie dürfte es sein, attraktiven Content über Apple's iTMS anbieten zu können. Ab sofort sind dort 2000 Musikvideos verfügbar (Downloadpreis jeweils $1,99). Außerdem hat Apple eine Kooperation mit ABC und Disney abgeschlossen und 5 derer TV-Shows können einen Tag nach Ausstrahlung downgeloaded werden (ebenfalls für $1,99). Zum Einkauf im 'Videostore' sind Updates auf die neusten Softwareversionen erforderlich - iTunes 6.0 und Quicktime 7.03 (Mac und PC).
Nein, noch kein Mutantenstad'l ! Oder andere deutsche Shows. Natürlich sind die 2000 Musikclips und 5 US Shows erst der Anfang. Es ist aber gut vorstellbar, dass die Musikvideos zunächst die nötige öffentliche Auffmerksamkeit erzeugen. Aber dass längerfristig der Download von TV-Material, nach schrittweiser Erweiterung des Angebots, ein ebenso großes Geschäft werden könnte.
Schließlich noch: Wer sehr Apple mittlerweile Kult geworden ist, sieht man auch daran, dass etwa ntv in seinem Wirtschaftsmagazin, das zeitgleich zu Steve Job's Keynote lief, quasi einen Live Update Service lieferte.
"One more thing..." - iPod Video !

Steve Job's Keynotes sind Kult. Und Apple's CEO ist sich dessen wohl bewusst. Fast schon zum geflügelten Wort wurde seine Angewohnheit, die wichtigste Produktneuheit, diejenige, worauf alle schon die ganze Zeit gespannt warten, erst ganz gegen Ende mit "One more thing..." einzuleiten.
Nun bekamen Analysten und Medienvertreter eine Einladung für einen special event am Mittwoch, 12. Oktober - One more thing... Keine weiteren Details wurden den Wichtigen der Branche serviert.
Über Apple Neuheiten wird vermutlich mehr als über die Pläne jeder anderen Firma spekuliert. Und eine lakonische Ankündigung wie diese heizt die Gerüchtemühlen nur noch weiter an. Die Analysten sind sich weitgehend einig: Einen Monat nach der Vorstellung des Winzlings iPod Nano (ebenfalls auf einem special event) wird jetzt der iPod Video kommen.
Allerdings wurde Steve Jobs noch bis vor kurzem nicht müde, genau ein solches Produkt kategorisch auszuschließen. Video reduziere die Laufzeit der Akkus viel zu schnell. Und überhaupt, wer wolle schon Videos auf einem Mini-Display sehen?
Gute Argumente.. Aber jenseits dieser technischen Widrigkeiten hat Apple ganz andere Prioritäten, nämlich Marktnischen besetzen und absichern, bevor dies andere tun. Und der Download von Videoclips, insbesondere von Musikvideos, könnte strategisch eine Schlüsselrolle bekommen, das Erfolgstandem iPod Player und iTunes Musicstore weiter auf Erfolgskurs zu halten (mit 80 - 85% Marktanteil in den USA z. B). Der iPod Video macht marktpolitisch eindeutig Sinn.
Als Videoformat wird Apple natürlich ein portables Profil von AVC/H.264 einsetzen. Seit seiner Einführung mit Quicktime 7 wurde der vom MPEGLA Konsortium lizensierte Codec quasi von einem Tag auf den anderen zu Apple's Hausformat. Seine massenhafte Verbreitung über iTMS und iPod würde den von Apple protegierte Codec gegenüber der Konkurrenz, insbesondere Microsoft's WMV, entscheidend voranbringen. Ein zweiter strategisch wichtiger Grund für den iPod Video.
Man kann gespannt sein, wie Steve Jobs seine bisherige (vermeintlich) ablehnende Haltung verkaufen wird.
Thursday, August 11, 2005
Die Mauer. Reloaded
Frustrierter Stoiber. Und die Frustrierten.
Gerhard Schroeder hätte ihn als Einwechselspieler für das 2. TV-Duell genommen. Edmund Stoiber muss dies krass gewurmt haben. Der Kurzurlaub am Bodensee besserte seine Laune nur vorübergehend.
Immerhin sprangen dort ein paar Promo-Photos für den Stern heraus, routiniert kernig und entspannt, dabei ungewohntes eigentlich-netter-Kerl Flair zeigend. Nicht auszuschließen, dass das Ehepaar Stoiber vorher in Otto Versand Katalogen geblättert hat.
In Eglofs (Baden-Württemberg) war dann aber Schluss mit nett. Auf einer Wahlveranstaltung polterte der 2002 unterlegene Kanzlerkandidat: "Ich akzeptiere nicht, dass erneut der Osten bestimmt, wer in Deutschland Kanzler wird. Es darf nicht sein, dass die Frustrierten über das Schicksal Deutschlands bestimmen".
Schon erstaunlich. Erst sorgte der Ex-Militär und brandenburgische Innenminister Schönbohm für massive Antistimmung (nicht nur) im Osten. Und viele vermuteten eine naive und unbedachte Eskapade eines Stahlhelms. Aber jetzt wurde diese Leistung von Stoiber sogar noch getoppt: Die Gallionsfigur der Union als Elefant im verbalen Porzellanladen!
Natürlich schlagen die (medialen) Wellem erneut hoch. Und, nach einigen Tagen (und vermutlich gutem Zureden) bemüht sich der 1. Mann Bayerns um Schadensbegrenzung: Mit den "Frustrierten" meine er nicht die ostdeutschen Wähler, sondern "die Alt-Frustrierten Lafontaine und Gysi", also nicht 'die Frustrierten im Osten'. Sieht man die parallele syntaktische Konstruktion in Stoibers Originalzitat, so ist das schwer nachzuvollziehen. Im günstigsten Fall rutschte ihm eine grotesk unglückliche Formulierung raus.
Und Stoiber ist damit als der Mann mit der Mauer im Kopf in der öffentlichen Diskussion. Als der Tribun, durch dessen Hinterkopf düsterste Gedanken über die Ostdeutschen geistern, "dass er ihnen am liebsten faktisch das Wahlrecht entziehen will", so Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck. Aber auch die Kritik von der FDP und ostdeutschen Unionspolitikern fällt nur unwesentlich verhaltener aus.
Unterdessen spekulieren Parteienforscher über mögliche Auswirkungen auf das Wählerverhalten. Unumstritten ist: Der Verlust von 5 Prozentpunkten im Osten schlägt mit einem Prozent bundesweit durch. Weniger einig sind sich die Experten darin, wie sich mögliche Stimmenverluste im Osten durch Sympathie- und Stimmengewinne im Westen gegenrechnen lassen.
Die Kette von negativen Schlagzeilen, wie sie Union in den letzten Wochen hingelegt hat, dürfte unterdessen ziemlich einzigartig sein. Eigentlich ein schwer begreifbarer Vorgang... in Zeiten, in denen weit weniger bedeutende Größen Medienberater etc anheuern. Die Union scheint in dieser Hinsicht noch ziemlich unverbogen zu sein.
Gerhard Schroeder hätte ihn als Einwechselspieler für das 2. TV-Duell genommen. Edmund Stoiber muss dies krass gewurmt haben. Der Kurzurlaub am Bodensee besserte seine Laune nur vorübergehend.
Immerhin sprangen dort ein paar Promo-Photos für den Stern heraus, routiniert kernig und entspannt, dabei ungewohntes eigentlich-netter-Kerl Flair zeigend. Nicht auszuschließen, dass das Ehepaar Stoiber vorher in Otto Versand Katalogen geblättert hat.In Eglofs (Baden-Württemberg) war dann aber Schluss mit nett. Auf einer Wahlveranstaltung polterte der 2002 unterlegene Kanzlerkandidat: "Ich akzeptiere nicht, dass erneut der Osten bestimmt, wer in Deutschland Kanzler wird. Es darf nicht sein, dass die Frustrierten über das Schicksal Deutschlands bestimmen".
Schon erstaunlich. Erst sorgte der Ex-Militär und brandenburgische Innenminister Schönbohm für massive Antistimmung (nicht nur) im Osten. Und viele vermuteten eine naive und unbedachte Eskapade eines Stahlhelms. Aber jetzt wurde diese Leistung von Stoiber sogar noch getoppt: Die Gallionsfigur der Union als Elefant im verbalen Porzellanladen!
Natürlich schlagen die (medialen) Wellem erneut hoch. Und, nach einigen Tagen (und vermutlich gutem Zureden) bemüht sich der 1. Mann Bayerns um Schadensbegrenzung: Mit den "Frustrierten" meine er nicht die ostdeutschen Wähler, sondern "die Alt-Frustrierten Lafontaine und Gysi", also nicht 'die Frustrierten im Osten'. Sieht man die parallele syntaktische Konstruktion in Stoibers Originalzitat, so ist das schwer nachzuvollziehen. Im günstigsten Fall rutschte ihm eine grotesk unglückliche Formulierung raus.
Und Stoiber ist damit als der Mann mit der Mauer im Kopf in der öffentlichen Diskussion. Als der Tribun, durch dessen Hinterkopf düsterste Gedanken über die Ostdeutschen geistern, "dass er ihnen am liebsten faktisch das Wahlrecht entziehen will", so Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck. Aber auch die Kritik von der FDP und ostdeutschen Unionspolitikern fällt nur unwesentlich verhaltener aus.
Unterdessen spekulieren Parteienforscher über mögliche Auswirkungen auf das Wählerverhalten. Unumstritten ist: Der Verlust von 5 Prozentpunkten im Osten schlägt mit einem Prozent bundesweit durch. Weniger einig sind sich die Experten darin, wie sich mögliche Stimmenverluste im Osten durch Sympathie- und Stimmengewinne im Westen gegenrechnen lassen.
Die Kette von negativen Schlagzeilen, wie sie Union in den letzten Wochen hingelegt hat, dürfte unterdessen ziemlich einzigartig sein. Eigentlich ein schwer begreifbarer Vorgang... in Zeiten, in denen weit weniger bedeutende Größen Medienberater etc anheuern. Die Union scheint in dieser Hinsicht noch ziemlich unverbogen zu sein.
Tuesday, August 09, 2005
Hertha BSC: Saison gelaufen

Nur 2:2 am 1. Spieltag in Hannover
Vom Rest der Republik fast unbemerkt, waren die Berliner Öffentlichkeit und Hertha mit großer Zuversicht in die neue Saison gestartet. Die Champions-League sollte dieses Mal mindestens herausspringen. Als erster Schritt, auf dem Weg zu höheren Zielen. Auf "eine Augenhöhe mit dem FC Bayern" wolle man kommen, hieß es aus dem Umfeld des Clubs. Und irgendwann wird Hertha erneut einen Antrag auf Aufnahme in die G14 stellen, die Interessengemeinschaft der 14 'wichtigsten' Vereine Europas. Der letzte Antrag war sang- und klanglos gescheitert.
Doch jetzt steht Hauen und Stechen auf dem Programm. So titelte die "BZ": "Hertha-Frust. 15 kritische Fragen an Hoeness und Götz". Und bohrt... Das Frustwort heißt 'Transferpolitik'. Insbesondere sind Verstärkungen für den Angriff ausgeblieben. Dieser steht und fällt weiterhin mit Rafael und Wichniarek, Namen, die international wenig Schrecken verbreiten. Von Stars der G14 Haute Volée wie Cristiano Ronaldo oder Robinho ist man so weit entfernt wie Malta von einer eigenen Atombombe.
Und was die Hauptstädter noch mehr frustriert: Bundesligaklubs wie Schalke und Bremen sind, was die Besetzung ihres Kaders betrifft, deutlich davon gezogen. Experten sehen außerdem den Hamburger SV inzwischen auf einer Augenhöhe mit Hertha.
Und weil Frust der übliche Reflex auf ein geplatztes 'reality distortion field' ist - etwa in der Art 'Berlin = größte Stadt = Hauptstadt = Hertha = Top-Verein' - dringt das tatsächliche Potential des Vereins zu den meisten Hauptstädtern nicht durch. Insbesondere die finanziellen Möglichkeiten dürften limitierter sein, als vielen bewusst ist. Auf dem Einkaufszettel stehen in der Tat Nachwuchsspieler und ablösefreie Kräfte.
Thursday, August 04, 2005
Einfache Verhältnisse
Schönbohm und die 9 toten Säuglinge
Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) hatte ein Mitteilungsbedürfnis. Richtiges Sendungsbewusstsein gewissermaßen. 9 Säuglinge hat eine 39-jährige Brandenburgerin kurz nach der Geburt "entsorgt". 'Große Sache dies', muss es dem Minister durch den Kopf gespukt sein. Die Boulevard Medien waren auf Höchsttemperatur. Und den greifbaren Sieg seiner Partei bei der Bundestagswahl vor Augen, arbeiteten die Radars im Hinterkopf des guten Mannes fieberhaft. Der Ex-General kann sich Hoffnungen auf den Posten des Verteidigungsministers machen. Vielleicht kam ihm auch die Flutkatastrophe kurz vor der Wahl 2002 in den Sinn, die Gerhard Schroeder offensichtlich sehr half.
In seinem Kopf überschlug sich sein Sendungsbewusstsein in eine General-Abrechnung
"Die ländlich strukturierten Räume Ostdeutschlands sind stärker verproletarisiert"... "Mit der Kollektivierung der Landwirtschaft durch die SED in den 50er Jahren ging der Verlust von Verantwortung für Eigentum einher, für das Schaffen von Werten"... "Ich glaube, dass die von der SED erzwungene Proletarisierung eine der wesentlichen Ursachen ist für Verwahrlosung und Gewaltbereitschaft" (ist).
Und nach dem Tagesspiegel-Interview einmal richtig in Fahrt, legte er im ZDF, trotz bereits herber öffentlicher Kritik, noch einmal nach: "In totalitären Systemen war die Wertevermittlung kleingeschrieben". Der Staat habe die Werte vorgegeben und die Menschen überwacht, die gut damit gefahren seien, am Menschen oder anderen Dingen keinen Anteil zu nehmen.
Es dauerte gewisse Zeit, bis Jörg Schönbohm dämmerte, dass die Strickmuster eines Militärs nicht ohne weiteres für soziologische Analysen taugen. Und dass er mit seinem einfachen Webwerk keinen großen Anklang finden würde, nicht einmal bei seinen Parteifreunden. Cornelia Pieper (FDP) forderte sogar seinen Rücktritt. Schönbohm hat sich inzwischen entschuldigt.
Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) hatte ein Mitteilungsbedürfnis. Richtiges Sendungsbewusstsein gewissermaßen. 9 Säuglinge hat eine 39-jährige Brandenburgerin kurz nach der Geburt "entsorgt". 'Große Sache dies', muss es dem Minister durch den Kopf gespukt sein. Die Boulevard Medien waren auf Höchsttemperatur. Und den greifbaren Sieg seiner Partei bei der Bundestagswahl vor Augen, arbeiteten die Radars im Hinterkopf des guten Mannes fieberhaft. Der Ex-General kann sich Hoffnungen auf den Posten des Verteidigungsministers machen. Vielleicht kam ihm auch die Flutkatastrophe kurz vor der Wahl 2002 in den Sinn, die Gerhard Schroeder offensichtlich sehr half.
In seinem Kopf überschlug sich sein Sendungsbewusstsein in eine General-Abrechnung
"Die ländlich strukturierten Räume Ostdeutschlands sind stärker verproletarisiert"... "Mit der Kollektivierung der Landwirtschaft durch die SED in den 50er Jahren ging der Verlust von Verantwortung für Eigentum einher, für das Schaffen von Werten"... "Ich glaube, dass die von der SED erzwungene Proletarisierung eine der wesentlichen Ursachen ist für Verwahrlosung und Gewaltbereitschaft" (ist).
Und nach dem Tagesspiegel-Interview einmal richtig in Fahrt, legte er im ZDF, trotz bereits herber öffentlicher Kritik, noch einmal nach: "In totalitären Systemen war die Wertevermittlung kleingeschrieben". Der Staat habe die Werte vorgegeben und die Menschen überwacht, die gut damit gefahren seien, am Menschen oder anderen Dingen keinen Anteil zu nehmen.
Es dauerte gewisse Zeit, bis Jörg Schönbohm dämmerte, dass die Strickmuster eines Militärs nicht ohne weiteres für soziologische Analysen taugen. Und dass er mit seinem einfachen Webwerk keinen großen Anklang finden würde, nicht einmal bei seinen Parteifreunden. Cornelia Pieper (FDP) forderte sogar seinen Rücktritt. Schönbohm hat sich inzwischen entschuldigt.
TV-Duell Version lite
1 Duell, 90 Minuten, ARD, ZDF, RTL und SAT1 übertragen
Die 4 Sender wollten das Ereignis unbedingt, der Kanzler maß laut Spiegel "einem Duell mit Merkel keine übermäßige Bedeutung bei" und die Kandidatin ist mit der Lösung bestens bedient. Die von den Anstalten als Kompromissvorschlag präsentierte kleine Lösung wurde schließlich angenommen.
An den beschlossenen Details fällt auf: Es soll diesmal kein strenges Zeitreglement geben. "Alle Beteiligten waren sich einig, dass das Duell möglichst lebendig und spontan verlaufen soll", hieß es laut Spiegel. Lediglich auf gleichgewichtige Redezeiten solle geachtet werden.
Somit wird den Kontrahenten bestens Gelegenheit geboten, sich "für die breite Unterstützung landauf und landab zu bedanken". Oder den "beispiellosen Einsatz der Parteifreunde zu rühmen". Besteht kein Zeitlimit von z. B. 3 Minuten für die Antwort auf eine Sachfrage, kann man sich bestens mit Blabla durchhangeln. Ich begreife die Wurstigkeit der Anstalten in diesem Detail nicht. Anscheinend wollen sie das Duell um jeden Preis. Und weniger interessiert sie, ob die Kontrahenten dabei mit offenem Visier fechten (müssen).
Zu den Terminproblemen von Frau Merkel vermute ich: Angesichts ihrer häufig offenbarten Fahrigkeit gerade in wichtigen Diskussionen und Debatten, etwa vor der Vertrauensfrage, war ihren Beratern bewußt: Frau Merkel muss gründlichst auf diese Duelle vorbereitet werden, mit simulierten Duellen usw. Am besten wären natürlich lange Klausuren, mit Auswertung des aufgezeichneten Materials und einübender Korrektur. Angesichts der Kürze der Zeit bis zum Wahltermin natürlich nicht zu machen. Auch dieser Aspekt wäre somit geklärt...
Die 4 Sender wollten das Ereignis unbedingt, der Kanzler maß laut Spiegel "einem Duell mit Merkel keine übermäßige Bedeutung bei" und die Kandidatin ist mit der Lösung bestens bedient. Die von den Anstalten als Kompromissvorschlag präsentierte kleine Lösung wurde schließlich angenommen.
An den beschlossenen Details fällt auf: Es soll diesmal kein strenges Zeitreglement geben. "Alle Beteiligten waren sich einig, dass das Duell möglichst lebendig und spontan verlaufen soll", hieß es laut Spiegel. Lediglich auf gleichgewichtige Redezeiten solle geachtet werden.
Somit wird den Kontrahenten bestens Gelegenheit geboten, sich "für die breite Unterstützung landauf und landab zu bedanken". Oder den "beispiellosen Einsatz der Parteifreunde zu rühmen". Besteht kein Zeitlimit von z. B. 3 Minuten für die Antwort auf eine Sachfrage, kann man sich bestens mit Blabla durchhangeln. Ich begreife die Wurstigkeit der Anstalten in diesem Detail nicht. Anscheinend wollen sie das Duell um jeden Preis. Und weniger interessiert sie, ob die Kontrahenten dabei mit offenem Visier fechten (müssen).
Zu den Terminproblemen von Frau Merkel vermute ich: Angesichts ihrer häufig offenbarten Fahrigkeit gerade in wichtigen Diskussionen und Debatten, etwa vor der Vertrauensfrage, war ihren Beratern bewußt: Frau Merkel muss gründlichst auf diese Duelle vorbereitet werden, mit simulierten Duellen usw. Am besten wären natürlich lange Klausuren, mit Auswertung des aufgezeichneten Materials und einübender Korrektur. Angesichts der Kürze der Zeit bis zum Wahltermin natürlich nicht zu machen. Auch dieser Aspekt wäre somit geklärt...
Wednesday, August 03, 2005
A. Merkel und das 2. TV-Duell
Berater gegen Blamagen
Angela Merkel hat Berater. Zur Zeit sogar ein paar mehr, schließlich stehen Bundestagswahlen vor der Tür. Ihre Berater sollen Frau Merkel auf Kurs halten. Fettnäpfchen und Blamagen sollen verhindert, die positive Grundstimmung zementiert werden, immerhin lag die von Frau Merkel geführte Union in Wählerumfragen vor kurzem noch im Bereich der absoluten Mehrheit.
Jetzt gibt es erbittertes Gerangel um die TV-Duelle Schroeder vs. Merkel. Die SPD sowie ARD, ZDF, RTL und SAT.1 wollen zwei, Merkels Büro will nur einem zustimmen, "aus Termingründen". Und der Ton wird sogleich etwas rauh: „Es bleibt jetzt dem Bundeskanzler überlassen, ob er zu diesem einen Duell bereit ist oder ob es gar keins gibt“, erklärte Hausmann, der frühere CDU-Bundesgeschäftsführer. Dies sei „nicht verhandelbar“.
Schon letzte Woche verzichtete Merkel auf eine Reise nach Washington und schickte ihren Abgesandten Wolfgäng Schäuble zu Sondierungsgesprächen mit George Bush, aus "Termingründen". Schon hier vermuteten Kommentatoren eine Ausrede: Bilder mit dem US-Präsidenten könnten ihrem Image im Wahlkampf schaden.
Unverblümt bezeichnet Schroeder die neuerlichen "Terminschwierigkeiten" Merkels als "vorgeschoben". Der Parteienforscher Jürgen Falter erläutert, das 2. Duell sei vermutlich aus Sicht Merkels das problematischere, im letzten Wahlkampf habe Edmund Stoiber gerade im 2. Duell mit Schroeder schlecht ausgesehen.
Die TV-Anstalten beharren weiterhin auf zwei Duellen, dies sei "internationaler Standard". Und Schroeder legt in gelöster Haifischlaune nach: Wenn Frau Merkel keine Zeit habe, solle sie Edmund Stoiber zum Duell schicken.
Die öffentliche Punktwertung dürfte sehr deutlich Pro-Schroeder ausfallen. Wenn nicht sogar dieser Streit für Angela Merkel zur Peinlichkeit erster Kategorie auswächst. Und mit der von ihren Beratern verordneten strikt-defensiven Strategie, alle blamage-trächtigen Klippen zu meiden, Sachstreitigkeiten aus dem Weg zu gehen und stattdessen allein auf ihr positives Image zu setzen, könnten diese sie schnurstracks in eine Mega-Blamage gehetzt haben, zumindest was den Punkt der TV-Duelle betrifft.
Angela Merkel hat Berater. Zur Zeit sogar ein paar mehr, schließlich stehen Bundestagswahlen vor der Tür. Ihre Berater sollen Frau Merkel auf Kurs halten. Fettnäpfchen und Blamagen sollen verhindert, die positive Grundstimmung zementiert werden, immerhin lag die von Frau Merkel geführte Union in Wählerumfragen vor kurzem noch im Bereich der absoluten Mehrheit.
Jetzt gibt es erbittertes Gerangel um die TV-Duelle Schroeder vs. Merkel. Die SPD sowie ARD, ZDF, RTL und SAT.1 wollen zwei, Merkels Büro will nur einem zustimmen, "aus Termingründen". Und der Ton wird sogleich etwas rauh: „Es bleibt jetzt dem Bundeskanzler überlassen, ob er zu diesem einen Duell bereit ist oder ob es gar keins gibt“, erklärte Hausmann, der frühere CDU-Bundesgeschäftsführer. Dies sei „nicht verhandelbar“.
Schon letzte Woche verzichtete Merkel auf eine Reise nach Washington und schickte ihren Abgesandten Wolfgäng Schäuble zu Sondierungsgesprächen mit George Bush, aus "Termingründen". Schon hier vermuteten Kommentatoren eine Ausrede: Bilder mit dem US-Präsidenten könnten ihrem Image im Wahlkampf schaden.
Unverblümt bezeichnet Schroeder die neuerlichen "Terminschwierigkeiten" Merkels als "vorgeschoben". Der Parteienforscher Jürgen Falter erläutert, das 2. Duell sei vermutlich aus Sicht Merkels das problematischere, im letzten Wahlkampf habe Edmund Stoiber gerade im 2. Duell mit Schroeder schlecht ausgesehen.
Die TV-Anstalten beharren weiterhin auf zwei Duellen, dies sei "internationaler Standard". Und Schroeder legt in gelöster Haifischlaune nach: Wenn Frau Merkel keine Zeit habe, solle sie Edmund Stoiber zum Duell schicken.
Die öffentliche Punktwertung dürfte sehr deutlich Pro-Schroeder ausfallen. Wenn nicht sogar dieser Streit für Angela Merkel zur Peinlichkeit erster Kategorie auswächst. Und mit der von ihren Beratern verordneten strikt-defensiven Strategie, alle blamage-trächtigen Klippen zu meiden, Sachstreitigkeiten aus dem Weg zu gehen und stattdessen allein auf ihr positives Image zu setzen, könnten diese sie schnurstracks in eine Mega-Blamage gehetzt haben, zumindest was den Punkt der TV-Duelle betrifft.
Sunday, July 31, 2005
Wowereit läßt "die Katze aus dem Sack"
Rot-Rot - das Schreckgespenst-Tabernakel
Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit schließt eine Koalition mit der neuen Linkspartei nicht prinzipiell aus. Wie programmiert malt uns CDU-Generalsekretär Kauder dieses 'Schreckgespenst' aus: "Wowereit hat die rot-rote Katze aus dem Sack gelassen."
In Kauders Horizont soll das heißen: Trotz aller Bekenntnisse der SPD, Mitglied unserer netten, anständigen und ehrbaren Familie sein zu vollen, hat sie schamlos und im Geheimen den bösen Plan geschmiedet, mit dem üblen Schmuddelkind Linkspartei spielen zu wollen. Zwar haben wir es schon immer geahnt, auch wenn wir nicht wagten, es auszusprechen, aber jetzt ist die hässliche Wahrheit auf dem Tisch.
Natürlich ist Wowereit ein Leichtgewicht innerhalb der SPD. Also genau der richtige Mann, um Leuchtspuren abzuschießen. Und er beeilt sich, gleich wieder nebulös zu werden: Eine Koalition mit der Linkspartei in der kommenden Legislaturperiode sei (natürlich) ausgeschlossen. Gelänge es ihr aber, sich als verässliche politische Kraft zu etablieren, könne über eine Koalition in der darauffolgenden Legislaturperiode nachgedacht werden.
Verständlich, dass jetzt SPD-Chef Müntefering am Zug ist: Auf Bundesebene werde es kein Zusammengehen "mit der PDS" geben. Schön... nur widerspricht er damit nicht Wowereit und seinen Gedankenspielen über die Zeit nach 2009. Schließlich versucht SPD-Fraktionsvize Hacker, die Scheinwelt der ehrbaren Familie verbal wiederherzustellen: Die Linkspartei komme als Partner der SPD nicht in Frage, "auch in zehn Jahren noch nicht".
Die interessantere Frage allerdings ist: Was wird hier (wie immer) gespielt? In den Raum gestellt wurde das Zerrbild des nicht-satisfaktionsfähigen Koalitionspartners 'Die Linkspartei', und die CDU/CSU sieht sich hier am Drücker, der SPD das Wasser der Glaubwürdigkeit abzugraben... Nur.. wen interessiert das überhaupt? Konzepte, Antworten auf brennende politische, wirtschaftliche oder soziale Probleme? Nope. Lieber sind die etablierten Parteien weiterhin damit beschäftigt, ihre alt-schauerlichen, anachronistischen Ränkespiele des Sich-gegenseitig-in-den-Regen-Stellens weiter zu verfolgen. Auch wenn die meisten den Kopf darüber schütteln. Parteienverdrossenheit, here we come !
Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit schließt eine Koalition mit der neuen Linkspartei nicht prinzipiell aus. Wie programmiert malt uns CDU-Generalsekretär Kauder dieses 'Schreckgespenst' aus: "Wowereit hat die rot-rote Katze aus dem Sack gelassen."
In Kauders Horizont soll das heißen: Trotz aller Bekenntnisse der SPD, Mitglied unserer netten, anständigen und ehrbaren Familie sein zu vollen, hat sie schamlos und im Geheimen den bösen Plan geschmiedet, mit dem üblen Schmuddelkind Linkspartei spielen zu wollen. Zwar haben wir es schon immer geahnt, auch wenn wir nicht wagten, es auszusprechen, aber jetzt ist die hässliche Wahrheit auf dem Tisch.
Natürlich ist Wowereit ein Leichtgewicht innerhalb der SPD. Also genau der richtige Mann, um Leuchtspuren abzuschießen. Und er beeilt sich, gleich wieder nebulös zu werden: Eine Koalition mit der Linkspartei in der kommenden Legislaturperiode sei (natürlich) ausgeschlossen. Gelänge es ihr aber, sich als verässliche politische Kraft zu etablieren, könne über eine Koalition in der darauffolgenden Legislaturperiode nachgedacht werden.
Verständlich, dass jetzt SPD-Chef Müntefering am Zug ist: Auf Bundesebene werde es kein Zusammengehen "mit der PDS" geben. Schön... nur widerspricht er damit nicht Wowereit und seinen Gedankenspielen über die Zeit nach 2009. Schließlich versucht SPD-Fraktionsvize Hacker, die Scheinwelt der ehrbaren Familie verbal wiederherzustellen: Die Linkspartei komme als Partner der SPD nicht in Frage, "auch in zehn Jahren noch nicht".
Die interessantere Frage allerdings ist: Was wird hier (wie immer) gespielt? In den Raum gestellt wurde das Zerrbild des nicht-satisfaktionsfähigen Koalitionspartners 'Die Linkspartei', und die CDU/CSU sieht sich hier am Drücker, der SPD das Wasser der Glaubwürdigkeit abzugraben... Nur.. wen interessiert das überhaupt? Konzepte, Antworten auf brennende politische, wirtschaftliche oder soziale Probleme? Nope. Lieber sind die etablierten Parteien weiterhin damit beschäftigt, ihre alt-schauerlichen, anachronistischen Ränkespiele des Sich-gegenseitig-in-den-Regen-Stellens weiter zu verfolgen. Auch wenn die meisten den Kopf darüber schütteln. Parteienverdrossenheit, here we come !
Monday, June 20, 2005
Sündenbock Nation und Popstar-Kicker
4:3 hatte Deutschland sein erstes Spiel im Confed-Cup gegen Australien gewonnen. Unfassbar ! 3 Gegentore gegen die Truppe vom Känguruh-Kontinent, die bisher bei der WM-Qualifikation fast immer gegen den 5. (!) der Südamerika-Gruppe ausgeschieden ist.
Nicht akzeptabel ! So rasselten die so gerne immer auf die Zwölf hauenden Kollegen, besonders die von der Springer-Zunft, kräftig mit dem Säbel. Der Schuldige war sofort ausgemacht - Robert Huth, der 20-jährige Innenverteidiger. "Hüftsteif", "ungelenk", "Unsicherheitsfaktor", lautete das Signal zum Abschuss. So wurde im Nachhinein wieder etwas gerade gerückt, was eigentlich nicht sein kann, nämlich dass der Fußball-Underdog Australien aufgrund seiner eigenen Stärke das mächtige Deutschland in Bedrängnis bringen konnte. Nein, es muss am desaströsen Versagen eines Deutschen gelegen haben.
Zusätzlich sind es in Deutschland beliebter Stil und Perspektive, "Unglücke" nicht nur am Versagen Einzelner festzuzurren, sondern vielmehr noch die ganze Fatalität der vermeintlichen Untaten eines Einzelnen geradezu pompös auszustellen. Strukturell etwa so, wie in vergangenen Epochen Missgeburten und absonderliche Kreaturen auf Rummelplätzen ausgestellt wurden.
Zum Glück für Huth, und für alle Supporter von faktischen Analysen, trat Bundestrainer Klinsmann dieser Sündenbock Perspektive deutlich bemüht entgegen. Eindrucksvoll unterstützt von Jürgen Klopp, dem FSV Mainz 05 Trainer und Co-Kommentator im ZDF. "Kloppo" führte mittels Videoanalysen sehr deutlich vor, wie mangelhaftes läuferisches Verhalten und Zuordnung im defensiven Mittelfeld (Frings, Ballack) zu 1:1-Situationen mit Huth (gewiss nicht dessen Stärke) führten und ihn schlecht aussehen ließen.
Nach dem (zwar mühsamen) 3:0 gegen Tunesien sieht die deutsche Fußballwelt nun wieder sonniger aus. In der Nachorchestrierung ertönt Sympathie, fast schon Euphorie für die "Unbekümmertheit" und das "Draufgängertum" der so jungen Truppe. Podolski, Schweinsteiger, Ballack + Co sind, unterstützt durch Klinsmanns positive Dynamik, auf gutem Weg, Pop-Icons zu werden und so von einer breiten Welle der Unterstützung getragen zu werden. Was die Werkzeuge der Fatal-Redner einigermaßen stumpf werden lassen könnte.
Und da war dann noch was: Bei jeder seiner einigermaßen gelungenen Abwehraktionen hallten "Huuuth Huuuuth" Rufe durchs Stadion. Nicht wenige werden hier an Yves Eigenrauch denken, den kantigen Abräumer der Schalker, der bei jeder Ballberührung mit "Yves Yves" gefeiert wurde. Und der so, in Umkehrung handelsüblicher Fußball-Leitbilder, vom Anti-Fußballer zum "Kult" erhöht wurde. Gut möglich, dass Huth diese Weihe auch erfährt. Was die deutsche Mannschaft auf ganzer Linie zu Pop machen würde.
Nicht akzeptabel ! So rasselten die so gerne immer auf die Zwölf hauenden Kollegen, besonders die von der Springer-Zunft, kräftig mit dem Säbel. Der Schuldige war sofort ausgemacht - Robert Huth, der 20-jährige Innenverteidiger. "Hüftsteif", "ungelenk", "Unsicherheitsfaktor", lautete das Signal zum Abschuss. So wurde im Nachhinein wieder etwas gerade gerückt, was eigentlich nicht sein kann, nämlich dass der Fußball-Underdog Australien aufgrund seiner eigenen Stärke das mächtige Deutschland in Bedrängnis bringen konnte. Nein, es muss am desaströsen Versagen eines Deutschen gelegen haben.
Zusätzlich sind es in Deutschland beliebter Stil und Perspektive, "Unglücke" nicht nur am Versagen Einzelner festzuzurren, sondern vielmehr noch die ganze Fatalität der vermeintlichen Untaten eines Einzelnen geradezu pompös auszustellen. Strukturell etwa so, wie in vergangenen Epochen Missgeburten und absonderliche Kreaturen auf Rummelplätzen ausgestellt wurden.
Zum Glück für Huth, und für alle Supporter von faktischen Analysen, trat Bundestrainer Klinsmann dieser Sündenbock Perspektive deutlich bemüht entgegen. Eindrucksvoll unterstützt von Jürgen Klopp, dem FSV Mainz 05 Trainer und Co-Kommentator im ZDF. "Kloppo" führte mittels Videoanalysen sehr deutlich vor, wie mangelhaftes läuferisches Verhalten und Zuordnung im defensiven Mittelfeld (Frings, Ballack) zu 1:1-Situationen mit Huth (gewiss nicht dessen Stärke) führten und ihn schlecht aussehen ließen.
Nach dem (zwar mühsamen) 3:0 gegen Tunesien sieht die deutsche Fußballwelt nun wieder sonniger aus. In der Nachorchestrierung ertönt Sympathie, fast schon Euphorie für die "Unbekümmertheit" und das "Draufgängertum" der so jungen Truppe. Podolski, Schweinsteiger, Ballack + Co sind, unterstützt durch Klinsmanns positive Dynamik, auf gutem Weg, Pop-Icons zu werden und so von einer breiten Welle der Unterstützung getragen zu werden. Was die Werkzeuge der Fatal-Redner einigermaßen stumpf werden lassen könnte.
Und da war dann noch was: Bei jeder seiner einigermaßen gelungenen Abwehraktionen hallten "Huuuth Huuuuth" Rufe durchs Stadion. Nicht wenige werden hier an Yves Eigenrauch denken, den kantigen Abräumer der Schalker, der bei jeder Ballberührung mit "Yves Yves" gefeiert wurde. Und der so, in Umkehrung handelsüblicher Fußball-Leitbilder, vom Anti-Fußballer zum "Kult" erhöht wurde. Gut möglich, dass Huth diese Weihe auch erfährt. Was die deutsche Mannschaft auf ganzer Linie zu Pop machen würde.
Tuesday, June 07, 2005
Apples Mobilität auf Grund des Mobilrechner Marktes?
Entsprechende Gerüchte kursierten im Vorfeld. Dennoch löste Steve Jobs' Ankündigung auf der World Wide Developer Conference großes Aufsehen aus - und im Apple Lager schlug sie ein wie eine Bombe: Ab Mitte 2006 will Apple seine ersten Rechner mit Intel Prozessoren bestücken, Ende 2007 soll der Wechsel abgeschlossen sein.
Warum diese Entscheidung? Natürlich gab Steve Jobs keine detaillierten Erläuterungen ab. Sprach aber davon, dass die roadmap, also der Entwicklungsfahrplan Intels, bessere Produkte verspräche als die erwarteten Chips von IBM. Jobs vergaß natürlich nicht hinzuzufügen, dass die aktuellen Apple Rechner ausgezeichnete Produkte seien.
Gewiss verbucht Apple sehr gute Verkaufszahlen, gerade auch mit seinen Laptops, trotz des darin seit Jahren verbauten G4 Prozessors (geliefert von Freescale). Die im Vergleich zur Konkurrenz etwas geringere Performance des G4 werden durch Gehäuse und Design der iBooks und Powerbooks, sowie die Attraktivität von Mac OS X offenbar gut kompensiert. Noch...
Intels erwarteter Nachfolger des Centrino Mobilprozessors wird den Abstand aber weiter vergrößern. Und anscheinend ist IBM nicht in der Lage, die Hitzeabstrahlung seines PowerPC G5 Chips so zu optimieren, dass er als G4-Nachfolger in Apples Kompaktrechner eingebaut werden könnte. Also befürchtet Apple mit Recht eine stark sinkende Nachfrage nach seinen Laptops. Keine guten Aussichten, immerhin tragen Mobilrechner mit schätzungsweise 50% zu Apples Computer Verkäufen bei. Und: Laptops sind ein Wachstumsmarkt, gegenüber global stagnierenden Desktop Verkäufen.
Akuter Handlungsbedarf auf dem Mobilrechner Markt dürfte Apple somit veranlasst haben, zu Intel zu wechseln.
Hinzu kommt ein genereller Aspekt:: IBMs PowerPC Prozessoren sind durchaus gefragt, außerordentlich sogar. Sony, Nintendo und Microsoft wollen Derivate des PPC Chips in ihren Next Generation Spielekonsolen verbauen. IBM wird in diesen Markt 3stellige Millionenzahlen von Prozessoren liefern. Apple dagegen verkauft jährlich circa 3,5 Millionen Rechner. Man kann vermuten, dass IBM seine Entwicklungsanstrengungen hauptsächlich in diesen Bereich gesteckt hat.. und auch deshalb nicht die von Apple gewünschten Fortschritte liefern konnte.
Warum diese Entscheidung? Natürlich gab Steve Jobs keine detaillierten Erläuterungen ab. Sprach aber davon, dass die roadmap, also der Entwicklungsfahrplan Intels, bessere Produkte verspräche als die erwarteten Chips von IBM. Jobs vergaß natürlich nicht hinzuzufügen, dass die aktuellen Apple Rechner ausgezeichnete Produkte seien.
Gewiss verbucht Apple sehr gute Verkaufszahlen, gerade auch mit seinen Laptops, trotz des darin seit Jahren verbauten G4 Prozessors (geliefert von Freescale). Die im Vergleich zur Konkurrenz etwas geringere Performance des G4 werden durch Gehäuse und Design der iBooks und Powerbooks, sowie die Attraktivität von Mac OS X offenbar gut kompensiert. Noch...
Intels erwarteter Nachfolger des Centrino Mobilprozessors wird den Abstand aber weiter vergrößern. Und anscheinend ist IBM nicht in der Lage, die Hitzeabstrahlung seines PowerPC G5 Chips so zu optimieren, dass er als G4-Nachfolger in Apples Kompaktrechner eingebaut werden könnte. Also befürchtet Apple mit Recht eine stark sinkende Nachfrage nach seinen Laptops. Keine guten Aussichten, immerhin tragen Mobilrechner mit schätzungsweise 50% zu Apples Computer Verkäufen bei. Und: Laptops sind ein Wachstumsmarkt, gegenüber global stagnierenden Desktop Verkäufen.
Akuter Handlungsbedarf auf dem Mobilrechner Markt dürfte Apple somit veranlasst haben, zu Intel zu wechseln.
Hinzu kommt ein genereller Aspekt:: IBMs PowerPC Prozessoren sind durchaus gefragt, außerordentlich sogar. Sony, Nintendo und Microsoft wollen Derivate des PPC Chips in ihren Next Generation Spielekonsolen verbauen. IBM wird in diesen Markt 3stellige Millionenzahlen von Prozessoren liefern. Apple dagegen verkauft jährlich circa 3,5 Millionen Rechner. Man kann vermuten, dass IBM seine Entwicklungsanstrengungen hauptsächlich in diesen Bereich gesteckt hat.. und auch deshalb nicht die von Apple gewünschten Fortschritte liefern konnte.
Wednesday, June 01, 2005
BTW... unterschiedliche Suchmaschinentreffer
Die Eingabe booomwhadis liefert bei Google und Yahoo unterschiedliche Ergebnisse.Habe es gerade aus purer Neugierde ausprobiert.
Google ermittelt 4 Verweise. Dieser Blog befindet sich nicht darunter. Wohl aber ein Kommentar von mir auf einem anderen Weblog.
Yahoo hat in diesem Beispiel die Nase klar vorn. 8 Treffer, und neben den von Google gefundenen Verweisen ermittelt Yahoo weitere Posts von mir auf zwei anderen Boards. Und: Mein Blog erscheint bei Yahoo als erster Treffer!
Schwach von Google, auch insofern als Blogspot ein Service von Google ist.
Google ermittelt 4 Verweise. Dieser Blog befindet sich nicht darunter. Wohl aber ein Kommentar von mir auf einem anderen Weblog.
Yahoo hat in diesem Beispiel die Nase klar vorn. 8 Treffer, und neben den von Google gefundenen Verweisen ermittelt Yahoo weitere Posts von mir auf zwei anderen Boards. Und: Mein Blog erscheint bei Yahoo als erster Treffer!
Schwach von Google, auch insofern als Blogspot ein Service von Google ist.
Monday, May 30, 2005
flickr ... Rockr ...
Du siehst das Schema ?
Nein, Rockr ist kein von Yahoo! kürzlich übernommener Audio Dienst, der bequemen Online Zugriff auf Samples ermöglicht.

Allerdings steht flickr eine Photo Plattform, die das Uploaden und Sharing von Photos erlaubt. Und sie ist ausgesprochen beliebt. Insbesondere auch deshalb, weil bei flickr der Community Aspekt, sprich der Austausch unter Gleichgesinnten, sehr stark im Vordergrund steht. Yahoo! hat flickr kürzlich übernommen, für angeblich 50 Millionen Dollar, siehe Heise Meldung.
Der vermeintlich sinnlose und bescheuerte Name flickr beschäftigt eine ganze Reihe von Diskussionen im Heise Forum ...Ahnungslosigkeit pur, was Marketing betrifft. Wann ist ein Name schlecht gewählt? Genau, wenn er nicht im Gedächtnis haften bleibt und/oder keinen nachhaltigen Bezug zum entsprechenden Produkt herstellt. Demgegenüber suggeriert der Name flickr bestens die Einzigartigkeit des kanadischen Dienstes, gerade gegenüber konkurrierenden Diensten. Sehr gute Wahl also.
Rockr ist Gerüchten zufolge das schon länger erwartete iTunes Phone von Motorola. Sein Hauptfeature sollen die Synchronisation mit iTunes sowie Wiedergabe und Kauf von Songs im iTunes Musicstore sein. Und nicht Apple typisches Design in erster Linie.

Ob beziehungsweise wann Rockr tatsächlich kommt, scheint weiter in der Schwebe zu sein. Angeblich weil führende Mobilfunkanbieter der USA wie Verizon, Cingular und Sprint keine Rabattverträge für Rockr anbieten wollen... um ihre eigenen Download Services nicht zu gefährden. Analysten zufolge ist T-Mobile, in den USA in starkem Aufwind befindlich, der wahrscheinlichste Kandidat für die Unterstützung von Rockr.
Motorola Boss Ed Zander hat unterdessen die mangelnde Unterstützung von Rockr durch die Telefonbetreiber dementiert.
Der Name Rockr jedenfalls dürfte die Besonderheit des Produktes am Markt bestens herausstellen, trotz des von Motorola schon eingeführten Razr Phones.
Vielleicht sollte ich inzwischen Sportschuhe mit dem Namen WinnR entwickeln...
Nein, Rockr ist kein von Yahoo! kürzlich übernommener Audio Dienst, der bequemen Online Zugriff auf Samples ermöglicht.

Allerdings steht flickr eine Photo Plattform, die das Uploaden und Sharing von Photos erlaubt. Und sie ist ausgesprochen beliebt. Insbesondere auch deshalb, weil bei flickr der Community Aspekt, sprich der Austausch unter Gleichgesinnten, sehr stark im Vordergrund steht. Yahoo! hat flickr kürzlich übernommen, für angeblich 50 Millionen Dollar, siehe Heise Meldung.
Der vermeintlich sinnlose und bescheuerte Name flickr beschäftigt eine ganze Reihe von Diskussionen im Heise Forum ...Ahnungslosigkeit pur, was Marketing betrifft. Wann ist ein Name schlecht gewählt? Genau, wenn er nicht im Gedächtnis haften bleibt und/oder keinen nachhaltigen Bezug zum entsprechenden Produkt herstellt. Demgegenüber suggeriert der Name flickr bestens die Einzigartigkeit des kanadischen Dienstes, gerade gegenüber konkurrierenden Diensten. Sehr gute Wahl also.
Rockr ist Gerüchten zufolge das schon länger erwartete iTunes Phone von Motorola. Sein Hauptfeature sollen die Synchronisation mit iTunes sowie Wiedergabe und Kauf von Songs im iTunes Musicstore sein. Und nicht Apple typisches Design in erster Linie.

Ob beziehungsweise wann Rockr tatsächlich kommt, scheint weiter in der Schwebe zu sein. Angeblich weil führende Mobilfunkanbieter der USA wie Verizon, Cingular und Sprint keine Rabattverträge für Rockr anbieten wollen... um ihre eigenen Download Services nicht zu gefährden. Analysten zufolge ist T-Mobile, in den USA in starkem Aufwind befindlich, der wahrscheinlichste Kandidat für die Unterstützung von Rockr.
Motorola Boss Ed Zander hat unterdessen die mangelnde Unterstützung von Rockr durch die Telefonbetreiber dementiert.
Der Name Rockr jedenfalls dürfte die Besonderheit des Produktes am Markt bestens herausstellen, trotz des von Motorola schon eingeführten Razr Phones.
Vielleicht sollte ich inzwischen Sportschuhe mit dem Namen WinnR entwickeln...
Thursday, May 26, 2005
Oskar signed by PDS
Geniestreich im allseits beliebten Spiel Du hast keine Chance, aber nutze sie !
Kanzler Gerhard Schroeder hatte mächtig vorgelegt. Völlig chancenlos, die Bundestagswahl 2006 zu gewinnen, landete er den Coup: Vorgezogene Neuwahlen. Eigentlich bleibt er weiterhin chancenlos, die Bevölkerung durchschaut seinen Schritt als taktischen Schachzug und wird darum Schroeder nicht zusätzliches Vertrauen schenken. Das Wort "eigentlich" macht hier den Unterschied: den politischen Gegner nun unter Zugzwang gesetzt, könnte doch noch Etwas passieren, der Gegner sich fatale Blößen geben.
Edmund Stoiber knüpft nahtlos an sich selbst an. Zwar war er 2002 nah dran... große Chancen, außerhalb von Bayern etwas zu reißen hatte er jedoch nie. Noch geringer sind seine Chancen, zum Kanzlerkandidaten gekürt zu werden. Aber weiterhin mimt er die Rolle des schneidig-starren bayrischen Groß-Tribuns... und orakelt über eine Position "Seite an Seite" mit Angela Merkel, ohne sich auf eine bestimmte Position festlegen zu wollen - siehe Spiegel. Seine Stunde könnte schlagen, sofern doch noch Etwas passiert, etwa eine gravierende Blöße Angela Merkels. Wie die gravierend schwache Selbstdarstellung der SPD in der vorherigen Periode ihm fast geholfen häte.
Oskar Lafontaine war eigentlich total raus. In der SPD praktisch kaltgestellt, sah sein Koketttieren mit der linken Wahlalternative WASG und der PDS nicht wirklich nach großer Bühne aus. Lafontaine als zusätzliches Rad am Wagen dieser Gruppierungen schien schwer vorstellbar. Und auch nicht, dass diese ihm alle Türen öffnen würden und ihm einen Chefsessel anböten. Zwar äußerte Gregor Gysi, Schroeders Coup habe, wegen des neuen Zeitrahmens, den Überlegungen zu einer neuen Linkspartei (PDS/WASG/Lafontaine) "einen Strich durch die Rechnung gemacht"... Die neue Situation dürfte aber dazu beitragen, das absehbare Gezänk um die neue Linksallianz (Plattform, neuer Name) erst einmal aufschieben. Offizielle Beratungen der Beteiligten beginnen am nächsten Montag.
Also ist Lafontaine flugs aus der SPD ausgetreten und wird vermutlich auf einer linken Liste antreten. Nicht dass er dadurch große Chancen hätte, wieder ein bedeutendes öffentliches Amt zu bekleiden. Aber er könnte der SPD mächtig wehtun. Zum einen, weil eine Kandidatur Lafontaines in einer Bundestagswahl die SPD ein paar Prozentpunkte kosten wird. Und weil ein wahlkämpfender Lafontaine natürlich in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückt - seine sehr präsente Kritik könnte die SPD weitere Stimmen kosten, Stimmen, die nicht unbedingt dem Bündnis um Lafontaine zufallen müssten, sondern der SPD entzogen würden, wenn die betreffenden potentiellen SPD Wähler einfach nicht zur Wahl gingen. Es könnte Einiges passieren. Und Lafontaine mittelfristig wieder zu einem Faktor werden.
Kanzler Gerhard Schroeder hatte mächtig vorgelegt. Völlig chancenlos, die Bundestagswahl 2006 zu gewinnen, landete er den Coup: Vorgezogene Neuwahlen. Eigentlich bleibt er weiterhin chancenlos, die Bevölkerung durchschaut seinen Schritt als taktischen Schachzug und wird darum Schroeder nicht zusätzliches Vertrauen schenken. Das Wort "eigentlich" macht hier den Unterschied: den politischen Gegner nun unter Zugzwang gesetzt, könnte doch noch Etwas passieren, der Gegner sich fatale Blößen geben.
Edmund Stoiber knüpft nahtlos an sich selbst an. Zwar war er 2002 nah dran... große Chancen, außerhalb von Bayern etwas zu reißen hatte er jedoch nie. Noch geringer sind seine Chancen, zum Kanzlerkandidaten gekürt zu werden. Aber weiterhin mimt er die Rolle des schneidig-starren bayrischen Groß-Tribuns... und orakelt über eine Position "Seite an Seite" mit Angela Merkel, ohne sich auf eine bestimmte Position festlegen zu wollen - siehe Spiegel. Seine Stunde könnte schlagen, sofern doch noch Etwas passiert, etwa eine gravierende Blöße Angela Merkels. Wie die gravierend schwache Selbstdarstellung der SPD in der vorherigen Periode ihm fast geholfen häte.
Oskar Lafontaine war eigentlich total raus. In der SPD praktisch kaltgestellt, sah sein Koketttieren mit der linken Wahlalternative WASG und der PDS nicht wirklich nach großer Bühne aus. Lafontaine als zusätzliches Rad am Wagen dieser Gruppierungen schien schwer vorstellbar. Und auch nicht, dass diese ihm alle Türen öffnen würden und ihm einen Chefsessel anböten. Zwar äußerte Gregor Gysi, Schroeders Coup habe, wegen des neuen Zeitrahmens, den Überlegungen zu einer neuen Linkspartei (PDS/WASG/Lafontaine) "einen Strich durch die Rechnung gemacht"... Die neue Situation dürfte aber dazu beitragen, das absehbare Gezänk um die neue Linksallianz (Plattform, neuer Name) erst einmal aufschieben. Offizielle Beratungen der Beteiligten beginnen am nächsten Montag.
Also ist Lafontaine flugs aus der SPD ausgetreten und wird vermutlich auf einer linken Liste antreten. Nicht dass er dadurch große Chancen hätte, wieder ein bedeutendes öffentliches Amt zu bekleiden. Aber er könnte der SPD mächtig wehtun. Zum einen, weil eine Kandidatur Lafontaines in einer Bundestagswahl die SPD ein paar Prozentpunkte kosten wird. Und weil ein wahlkämpfender Lafontaine natürlich in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückt - seine sehr präsente Kritik könnte die SPD weitere Stimmen kosten, Stimmen, die nicht unbedingt dem Bündnis um Lafontaine zufallen müssten, sondern der SPD entzogen würden, wenn die betreffenden potentiellen SPD Wähler einfach nicht zur Wahl gingen. Es könnte Einiges passieren. Und Lafontaine mittelfristig wieder zu einem Faktor werden.
Wednesday, May 25, 2005
Sie-mentia
Siemens' Mobilfunksparte geht es nicht gut. Hohe Verluste schon set längerem, allein im ersten Quartal 2005 138 Millionen Euro. Siemens versucht, einen Partner für seine Krisensparte zu finden. Oder sie ganz abzustoßen. Anscheinend ist niemand interessiert.
Verwunderlich die Gerüchte, Motorola sei ein Kandidat. Ungleich der Konstellation Sony/Ericsson, würde die Ehe mit der Siemenssparte den US Konzern kaum voranbringen.
Hier laut Heise die aktuellen Marktanteile (weltweit):
1) Nokia - 30,4 %
2) Motorola - 16,8 %
3) Samsung - 13,3 %
4) LG - 6,2 %
5) Siemens - 5,5 %
Sony-Ericsson - 5,5%
Siemens verlor 2,5% im Vergleich zum Quartal des Vorjahres. Im gleichen Zeittraum wuchs der Markt um satte 17 %.
Die Verantwwortlichen bei Siemens, so scheint es, hatten seit Jahren keinen Plan, diesen Sturzflug aufzuhalten. Fatal sind nicht allein die wirtschaftlichen Zahlen. Schlimmer noch wirkt das erodierte Image der Marke. Welche Käuferschicht tendiert überhaupt noch zu Siemens? Vermutlich nur noch diejenigen, die primär konservativ ("hatte ich schon immer"/"hat mein Chef") und image-neutral kaufen. Und Teile des Business Marktes.
Was umgekehrt ausdrückt: Der Geek Faktor der Siemens Mobilgeräte tendiert gegen Null. Kann man sich einen Werbespot vorstellen, worin jemand, sozusagen ein kulturelles Zeichen setzend, sein Siemens Telephon in die Kamera hält? ... Na also..
Natürlich sind die wenigsten Käufer tatsächlich Geeks. Aber ohne/gegen die Geeks entsteht kein Hype... Tödlich, wenn es um technische Geräte geht, die so stark der öffentlichen Aufmerksamkeit unterliegen wie Mobiltelephone. In Deutschland mag man gegen einen solchen Trend noch gute Verkaufszahlen erzielen können, auf den bedeutenderen Märkten der USA und Asiens wird die Luft aber sehr dünn. Anscheinend hat das bei Siemens niemand begriffen.
Oh.. da war dann noch was

Yo! Siemens kam auf die Idee, als erster Hersteller der Welt ein Gerät herauszubringen, das kein "Unisex Modell" sein will (so Siemens), sondern spezielll die weibliche Kundschaft begeistern soll. Das Innendisplay des CL 75 auch als Makeup Spiegel nutzbar zu machen, dürfte als gute Idee ankommen. Der Schachzug mit dem Blumendekor... Alle Frauen lieben Blumen.. gelle ... muss dem betreffenden Siemens Senior aber beim Golfsspielen gekommen sein.. durchaus naheliegendes Konzept, wenn man eh schon in der Natur verweilt. Und da nicht so viele Frauen Golf spielen, war die Entscheidung für das Lady Phone auch schnell recherchiert.
Eine Schnapsidee!! Ein paar werden es kaufen... der Spott über das lächerliche klumpe Teil im Primel-Look die sowieso nicht berauschenden Verkaufszahlen aber schnell in den Keller ziehen.
Verwunderlich die Gerüchte, Motorola sei ein Kandidat. Ungleich der Konstellation Sony/Ericsson, würde die Ehe mit der Siemenssparte den US Konzern kaum voranbringen.
Hier laut Heise die aktuellen Marktanteile (weltweit):
1) Nokia - 30,4 %
2) Motorola - 16,8 %
3) Samsung - 13,3 %
4) LG - 6,2 %
5) Siemens - 5,5 %
Sony-Ericsson - 5,5%
Siemens verlor 2,5% im Vergleich zum Quartal des Vorjahres. Im gleichen Zeittraum wuchs der Markt um satte 17 %.
Die Verantwwortlichen bei Siemens, so scheint es, hatten seit Jahren keinen Plan, diesen Sturzflug aufzuhalten. Fatal sind nicht allein die wirtschaftlichen Zahlen. Schlimmer noch wirkt das erodierte Image der Marke. Welche Käuferschicht tendiert überhaupt noch zu Siemens? Vermutlich nur noch diejenigen, die primär konservativ ("hatte ich schon immer"/"hat mein Chef") und image-neutral kaufen. Und Teile des Business Marktes.
Was umgekehrt ausdrückt: Der Geek Faktor der Siemens Mobilgeräte tendiert gegen Null. Kann man sich einen Werbespot vorstellen, worin jemand, sozusagen ein kulturelles Zeichen setzend, sein Siemens Telephon in die Kamera hält? ... Na also..
Natürlich sind die wenigsten Käufer tatsächlich Geeks. Aber ohne/gegen die Geeks entsteht kein Hype... Tödlich, wenn es um technische Geräte geht, die so stark der öffentlichen Aufmerksamkeit unterliegen wie Mobiltelephone. In Deutschland mag man gegen einen solchen Trend noch gute Verkaufszahlen erzielen können, auf den bedeutenderen Märkten der USA und Asiens wird die Luft aber sehr dünn. Anscheinend hat das bei Siemens niemand begriffen.
Oh.. da war dann noch was

Yo! Siemens kam auf die Idee, als erster Hersteller der Welt ein Gerät herauszubringen, das kein "Unisex Modell" sein will (so Siemens), sondern spezielll die weibliche Kundschaft begeistern soll. Das Innendisplay des CL 75 auch als Makeup Spiegel nutzbar zu machen, dürfte als gute Idee ankommen. Der Schachzug mit dem Blumendekor... Alle Frauen lieben Blumen.. gelle ... muss dem betreffenden Siemens Senior aber beim Golfsspielen gekommen sein.. durchaus naheliegendes Konzept, wenn man eh schon in der Natur verweilt. Und da nicht so viele Frauen Golf spielen, war die Entscheidung für das Lady Phone auch schnell recherchiert.
Eine Schnapsidee!! Ein paar werden es kaufen... der Spott über das lächerliche klumpe Teil im Primel-Look die sowieso nicht berauschenden Verkaufszahlen aber schnell in den Keller ziehen.
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